Interview mit Florian Weich, einem unserer App-Entwickler

Fast jeder von uns benutzt sie viele Male täglich: Apps auf dem Smartphone, Tablet oder als Webanwendung. Vielleicht haben Sie sogar eine App auf Ihrem Handy, die von unserem Flori programmiert worden ist. Wie er zu diesem Beruf kam und ob man als Unternehmen überhaupt eine App benötigt, das erzählt er uns heute.

Wer bist du und wie bist du zum Programmieren gekommen?
Ich bin der Flori und eigentlich „normaler“ Mediengestalter. Etwa vor 8 Jahren, noch in meiner alten Firma, merkte ich: Wir haben Prozesse, die kann man automatisieren, das würde die Arbeit deutlich erleichtern. Ich fing an, mir selbst ein paar Sachen beizubringen. Los ging es mit einfachen Skripten, die dafür sorgten, dass bestimmte Dateien auf einen FTP-Server geladen werden. Und dann hatte es mich gepackt. Schon kurz danach begann ich, speziell für Mac ganze Anwendungen samt Benutzeroberfläche zu erstellen. Ja, so ging‘s los …

Du programmiertest für Geräte von Apple, dabei mochtest du Apple ursprünglich gar nicht, ist das richtig?
Als ich vor 10 Jahren meine Ausbildung begann, hatte ich erstmals Berührungspunkte mit deren Produkten und es war mir fremd. Heute bin ich toleranter und schaue mir alle Betriebssysteme an, aber iOS von Apple bleibt meine Liebe.

Warum?
Für diese Plattform kann man sehr gut programmieren, weil sie einem gute Dokumentationen und Frameworks zur Verfügung stellt, man bekommt also vorgefertigte Funktionen wie Augmented Reality oder Ortungsdienste als nutzbares Modul einsatzbereit an die Hand. Damals kam gerade das iPhone auf und die Zusammenarbeit der Geräte war einfach super. Es ist zwar eine sehr eingeschränkte Plattform – was es einem aber leicht macht, Anwendungen zu programmieren, da die Anzahl der Endgeräte überschaubar ist. Kurz: Es war meine Einstiegsdroge.

Worin liegt denn der Mehrwert einer App, egal ob für iOS oder Android?
Der riesengroße Vorteil einer App ist, dass du sie immer in deiner Hosentasche hast. Du brauchst keinen Computer mit Internet, du kannst ans andere Ende der Welt fliegen – und hast deine Daten und Funktionen immer bei dir.

Neben Apps für smarte Endgeräte gibt es auch noch Web-Apps. Wo ist da genau der Unterschied?
Apples iOS und Googles Android sind die beiden großen Betriebssysteme für mobile Endgeräte. Darum programmiert man sogenannte native Apps für diese Systeme, also Apps, die in der jeweils passenden Programmiersprache geschrieben sind. Die laufen dann auch nur auf dem jeweiligen System.

Web-Apps hingegen basieren auf Webtechnologien und ermöglichen es, unabhängig von einer Plattform zu laufen und können ebenfalls als App direkt auf dem Smartphone installiert werden. Das kann man vergleichen mit einer Website, die ja auch unter Windows, iOS am Mac und Linux funktioniert. Man schreibt also eine App nur einmal und sie läuft auf allen Geräten, das ist der große Unterschied.

Warum sollte man dann überhaupt native Apps machen, wenn es Web-Apps gibt, die auf allen Plattformen funktionieren?
Für beide Varianten gibt es Vor- und Nachteile.
Häufig ist es erst mal eine Kostenfrage. Wenn wir native Apps für zwei Plattformen entwickeln, entwickeln wir im Grunde zwei eigenständige Apps – auch wenn das Konzept bereits steht, ist das mit nahezu doppelter Arbeitszeit und damit auch quasi Kosten verbunden. Web-Apps sind günstiger in der Entwicklung und Programmierung, weil man eben alles nur einmal macht.

Wer sich für native Apps entscheidet, muss zwar mehr zahlen, bekommt dafür zwei Varianten der App, die für das jeweilige System optimiert sind. Sie fühlen sich an, als würden sie direkt zum Betriebssystem des jeweiligen Smartphones gehören, sie „funktionieren“ genauso wie das jeweilige Gerät. Auch ist so eine App schneller, weil sie eben für das System optimiert ist. Man merkt einfach, dass diese App mit Liebe zum Detail erstellt wurde.

Plus: Bei einer nativen App kann man aktuellste Technologien des jeweiligen Systems direkt mit nutzen, z.B. “ARKit”, das Augmented Reality auf’s iPhone bringt und das Apple erst letzten Sommer vorgestellt hat. Wir sind hier beispielsweise gerade dabei Erfahrungen mit AR und Innenstadt-Navigation zu sammeln – ein echt spannendes Thema!

Vielen Dank, Flori!
Sehr gern! (er grinst)